Pressemitteilung

myEFA-App: FallAkte soll aufs Smartphone

Verein plant Neuentwicklungen rund um die Elektronische FallAkte /Patienten sollen leichter Zugang zu ihren Daten erhalten

Aachen, 4. November 2015.

Auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung hat der Verein Elektronische FallAkte (EFA) e.V. eine Reihe technisch-organisatorischer Neuentwicklungen beschlossen. Im Kern steht eine EFA-Applikation für mobile, internettaugliche Kommunikationsgeräte von Patienten. Die nach zweijähriger Amtszeit zur Wahl stehenden fünf Vorstände wurden zudem einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Damit umfasst der Vereinsvorstand weiterhin acht Mitglieder, die stellvertretend für ihre Häuser in ganz unterschiedlichen Trägerschaften die flächendeckende Etablierung der EFA im deutschen Gesundheitswesen weiter vorantreiben wollen.

 

„Heute besitzt die Patientenautonomie einen sehr viel höheren Stellenwert als noch vor 10 Jahren. Patienten möchten über ihre Behandlung mitentscheiden, das setzt Wissen voraus", betont Volker Lowitsch, Leiter Geschäftsbereich IT am Universitätsklinikum Aachen, der von den Vereinsmitgliedern einstimmig als 1. Vorsitzender in seinem Amt bestätigt wurde. Darum bereitet der Verein eine Neuentwicklung vor, die diesem Informationsbedarf gerecht wird: Die relevantesten Informationen über ihre Erkrankung sowie zum Behandlungsverlauf sollen Patienten künftig über eine EFA-App direkt auf ihr Smartphone erhalten. „Der vorläufige Entlassbrief der Klinik lässt sich darin adressieren, ebenso kann die Klinik ihren Patienten auf diesem elektronischen Weg eine Kurzfassung weiterer wichtiger Dokumente aus der FallAkte mitgeben", erläutert Dr. Wolfgang Deiters vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) Dortmund, das im Auftrag des Vereins die technische Weiterentwicklung des EFA-Standards vorantreibt. „Via myEFA stehen die Daten damit den weiterbehandelnden Haus- und Fachärzten oder für eine Anschluss-Reha direkt und ohne Zeitverzug zur Verfügung. Auch der Patient selbst kann die Daten einsehen."

Datenschutz steht auch bei EFA-App ganz vorn

Im Moment prüft der Verein die rechtlichen Aspekte, besonders im Hinblick auf den Datenschutz, die es bei der Konzeption für myEFA zu beachten gilt. Die eigentliche Softwareentwicklung sei dann Routine. „Das Anwendungsspektrum der EFA lässt sich dadurch deutlich erweitern", ist Volker Lowitsch überzeugt, „und auch die Akzeptanz steigt durch einen zeitgemäßen Zugang zu den Daten."

Bislang ist die Elektronische FallAkte in einer ganzen Reihe von Anwendungsszenarien erprobt und kommt in einigen regionalen Netzen auch in der Regelversorgung zum Einsatz, etwa bei telemedizinischen Anwendungen in der Intensivmedizin und der Versorgung von Traumapatienten im Großraum Aachen. Weitere EFA-gestützte Netze sind im Aufbau, etwa in Dortmund oder im Sauerland. Als Kommunikationsplattform für den ärztlichen Informationsaustausch eigne sich EFA keineswegs nur für Hochschulmedizin, sondern für nahezu die gesamte Bandbreite der Versorgung. Entsprechend breit ist der EFA-Vorstand aufge-stellt: Der wiedergewählte 2. Vorsitzende des Vereins, Dr. Michael Masanneck vom Ärztenetz Mittelahr, repräsentiert die Perspektive der Ärzte an der Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor. Ebenso wie Masanneck wurden auch Dirk Herzberger (Helios Kliniken GmbH), Winfried Seibert (Städtisches Klinikum München GmbH) und Uwe Pöttgen (Malteser Organisation) als Vorstandsmitglieder ohne Gegenstimmen in ihrem Amt bestätigt. Für Mario Kusig (Universitätsklinikum Dresden), Katja Kümmel (Universitäts-klinikum Münster) und Reimund Siebers (Städtisches Krankenhaus Maria-Hilf gGmbH, Brilon) läuft die Amtszeit turnusmäßig noch ein weiteres Jahr, auch sie haben mehrere EFA-Projekte und Konzepte in Vorbereitung.

 

Über EFA

Die Elektronische FallAkte ist eine IHE-konforme* Kommunikationsplattform für Ärzte zu einem medizinischen Fall eines Patienten. Sie unterstützt die Kooperation zwischen den an der Behandlung beteiligten Ärzten im ambulanten und stationären Bereich und bietet bei Bedarf einen raschen Zugriff auf benötigte Dokumente (etwa Arztbriefe, Befunde, OP-Berichte, Verordnungen). So können sich behandelnde Ärzte stets einen aktuellen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf verschaffen. Vom Konzept her ist die Elektronische FallAkte besonders darauf ausgelegt, komplexe Behandlungsabläufe zu unterstützen.
Die EFA-Spezifikationen haben die Fraunhofer-Institute für Software- und Systemtechnik (ISST) und für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), mit Unterstützung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, im Auftrag einer Reihe von Kliniken entwickelt und gemeinsam mit Software- und Systemherstellern sowie Anwendern aus dem stationären und dem ambulanten Sektor anwendungsreif gemacht. Sie sind offen zugänglich und lizenzfrei nutzbar. Somit bietet sich EFA als vielfältig einsetzbarer, medienübergreifender Standard für die IT-gestützte Kommunikation im Gesundheitswesen an.
*ab Version EFA 2.0

 

Zum Verein Elektronische FallAkte:

Der Verein ist eine Interessengemeinschaft von derzeit 30 Mitgliedern aus renommierten privaten Klinikketten, Universitätsklinika, kommunalen Krankenhäusern, Ärztenetzen sowie den wesentlichen Verbänden des stationären und niedergelassenen Sektors. Ziel ist es, gemeinsam einen einheitlichen Kommunikationsstandard zu etablieren. Weitere Infos unter: http://www.fallakte.de

 

NACH OBEN

Ansprechpartner
Volker Lowitsch
c/o Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen

Telefon:
+49 (241) 80-80011

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