Pressemitteilung

Nicht immer gleich ins Krankenhaus

Brilon: Neues EFA-Mitglied startet ambitioniertes Geriatrie-Projekt

                                                                

Brilon/Aachen, 3. April 2014.
Kürzere Wege für Patienten, besserer Austausch zwischen ambulantem und stationärem Bereich, mehr Qualität in der Medizin, weniger Drehtüreffekte: Mit diesen Zielen ist das Städtische Krankenhaus Maria Hilf gGmbH, Brilon, 2014 dem Verein Elektronische FallAkte e.V. beigetreten. Mit dessen Unterstützung will das Haus auf Basis der Elektronischen FallAkte (EFA) zunächst ein Geriatrie-Netzwerk aufbauen, um die Versorgung älterer, zumeist multimorbider Patienten zu verbessern.
  „Die medizinische Versorgung einer alternden Bevölkerung ist gerade im ländlichen Bereich eine große Herausforderung", sagt Volker Lowitsch, Leiter Geschäftsbereich IT am Universitätsklinikum Aachen und 1. Vorsitzender des EFA-Vereins. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Krankenhaus und dem Gesundheitspark Brilon Lösungen entwickeln können, wie das effizient und im Sinne der Patienten realisierbar ist." Das Städtische Krankenhaus Maria Hilf in Brilon, mitten im Hochsauerlandkreis, steht wie kaum ein anderes Haus in Deutschland für Vernetzung. Mit dem Gesundheitspark Brilon entstand hier ein Netzwerk, das bereits über 60 ambulante und stationäre Leistungserbringer in der Region verbindet. So erhalten die Patienten vor Ort eine hochmoderne medizinische Versorgung in 32 Fachrichtungen, bei nur 200 stationären Betten. Nicht für jedes Fachgebiet ist ein ausgewiesener Experte vor Ort – aber immer erreichbar: „Dank Telemedizin können wir hohe Qualitätsstandards in der Medizin und Patientennähe miteinander verbinden", sagt Reimund Siebers, Leiter Unternehmens- und Projektentwicklung am Krankenhaus Brilon.

 

EFA 2.0 als tragfähige Basis mit Zukunft

Auf einen einheitlichen Standard für den Informationsaustausch im Gesundheitswesen hat Siebers lange gewartet und sieht ihn mit der IHE-basierten FallAkte endlich erreicht. „Was wir jetzt brauchen, sind vor allem bessere Schnittstellen zwischen den verschiedenen Akteuren, und die kann der EFA-Standard schaffen." Als Mitglied im EFA-Verein erhält der Leiter für Unternehmens- und Projektentwicklung in Brilon fachliche Unterstützung vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik und kann zudem von den Erfahrungen anderer intersektoraler Netzwerke profitieren. Das erste EFA-Vorhaben in Brilon ist ein Netzwerk für Altersmedizin: „Wir wollen Pflegeheime, ambulante Ärzte und Krankenhäuser zusammenbringen, um die Versorgungsabläufe zu verbessern." Die meisten pflegebedürftigen Patienten litten unter mehreren Krankheiten, schon allein die Medikation erfordere viel Spezialwissen und Erfahrung. „Bei einer Krankenhauseinweisung benötigen die Ärzte entsprechend viele Begleitinformationen. Auch die Entlassung muss sehr sorgfältig vorbereitet sein, damit der Patient ambulant oder im Heim nahtlos weiterbetreut werden kann."

Sinn fürs Ganze ist gefragt

Ziel sei es letztlich, „Drehtüreffekte" zu vermeiden. Wenn Pflegeheimbewohner am Wochenende ins Krankenhaus eingewiesen würden, sei dies häufig eine direkte Folge fehlender Informationen. Beim aktuellen Vorhaben im Hochsauerland stehe aber nicht allein das Krankenhaus Brilon im Fokus der medizinischen Abläufe, betont Siebers: „Wir sind ein gleichberechtigter Partner in diesem Netzwerk, der Informationsfluss muss zwischen Heim und Haus- bzw. Fachärzten genauso reibungslos funktionieren." EFA sei eine gute Basis, um alle Prozesse und Akteure zusammenzuführen. Technischer EFA-Provider für die erste Phase sei die HIT Solutions GmbH Aachen, die über Erfahrungen aus dem Aufbau mehrerer EFA-Netze verfügt. Der Telemedizin-Experte aus Brilon kann sich aber vorstellen, perspektivisch mit verschiedenen Providern zusammenzuarbeiten und ein echtes multizentrisches Netzwerk zu etablieren.

Volker Lowitsch begrüßt die Aufbruchsstimmung im Bereich der Telemedizin, die auch den EFA-Standard als Basis gleichberechtigter Netzwerkstrukturen wieder stärker in den Fokus rückt: „Die technischen Möglichkeiten für Kommunikation und Information haben sich im letzten Jahrzehnt enorm entwickelt, endlich kommen diese Chancen auch bei einer wachsenden Zahl von Ärzten an – und damit letztlich den Patienten zugute."

 
Über EFA:
Die Elektronische FallAkte ist eine IHE-konforme* Kommunikationsplattform für Ärzte zu einem medizinischen Fall eines Patienten. Sie unterstützt die Kooperation zwischen den an der Behandlung beteiligten Ärzten im ambulanten und stationären Bereich und bietet bei Bedarf einen raschen Zugriff auf benötigte Dokumente (etwa Arztbriefe, Befunde, OP-Berichte, Verordnungen). So können sich behandelnde Ärzte stets einen aktuellen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf verschaffen. Vom Konzept her ist die Elektronische FallAkte besonders darauf ausgelegt, komplexe Behandlungsabläufe zu unterstützen.
Die EFA-Spezifikationen hat das Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik, mit Unterstützung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, im Auftrag einer Reihe von Kliniken entwickelt und gemeinsam mit Software- und Systemherstellern sowie Anwendern aus dem stationären und dem ambulanten Sektor anwendungsreif gemacht. Sie sind offen zugänglich und lizenzfrei nutzbar. Somit bietet sich EFA als vielfältig einsetzbarer, medienübergreifender Standard für die IT-gestützte Kommunikation im Gesundheitswesen an.
*ab Version EFA 2.0
 

Zum Verein Elektronische FallAkte:
Der Verein ist eine Interessengemeinschaft von derzeit 30 Mitgliedern aus renommierten privaten Klinikketten, Universitätsklinika, kommunalen Krankenhäusern, Ärztenetzen sowie den wesentlichen Verbänden des stationären und niedergelassenen Sektors. Ziel ist es, gemeinsam einen einheitlichen Kommunikationsstandard zu etablieren.



Ansprechpartner: Volker Lowitsch, Verein Elektronische FallAkte e.V., c/o Universitätsklinikum Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen, Telefon: 0241 / 80-8 987, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Weitere Infos:  http://www.fallakte.de

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