Presseerklärung

EFA 2.0 geht in die Praxis

Medica 2013: Verein Elektronische FallAkte präsentiert neue Lösungen und Anwendungen für die Vernetzung niedergelassener Ärzte
Aachen, 13. November 2013.
Wie moderne IT-Systeme mittels Elektronischer FallAkte (EFA) sektorenübergreifend interagieren und medizinische Behandlungsprozesse effizient unterstützen, zeigt der Verein Elektronische FallAkte e.V. auf der diesjährigen Medica vom 20. bis 23. November 2013 in Düsseldorf: Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) Dortmund sowie mehreren Herstellern von Healthcare-IT-Systemen präsentiert der Verein auf dem Stand des Universitätsklinikums Aachen (Halle 15, Stand 15B49) ein funktionsfähiges Miniatur-EFA-Netzwerk. Erstmals gezeigt werden Lösungsansätze auf Basis von EFA 2.0 und IHE-Profilen, die Anfang 2014 marktreif werden.

Den Informationsfluss zwischen Praxen und Klinik demonstrieren die EFA-Entwickler anhand der Medikation eines fiktiven Patienten: „Wir haben bewusst ein Thema gewählt, das im medizinischen Alltag relevant, aber nicht ganz simpel zu lösen ist“, schildert Volker Lowitsch, 1. Vorsitzender des Vereins Elektronische FallAkte e.V. und Leiter IT-Direktion am Universitätsklinikum Aachen: „Speziell ältere oder multimorbide Patienten erhalten oft eine Vielzahl verschiedener Medikamente, so dass Wechselwirkungen bei der Verschreibung zu beachten sind. Bei einer akuten Verschlechterung des Gesundheitszustands kommt der Patient für einige Tage in die Klinik, dann wird die Medikation überprüft und angepasst, oder ein Facharzt verordnet wegen einer weiteren Erkrankung andere Arzneimittel. Es ist wichtig, dass der Hausarzt und andere beteiligte Mediziner stets über sämtliche aktuellen Verordnungen im Bilde sind.“

Passgenaue EFA-Lösungen serienmäßig verfügbar

Das präsentierte EFA-Netzwerk ist nahezu ausschließlich aus serienmäßig verfügbaren Komponenten verschiedener Hersteller zusammengesetzt. Diese korrespondieren miteinander über standardisierte Schnittstellen: Als EFA-Provider dient die FallAkte Plus, die beim IT-Dienstleister HealthCare IT Solutions GmbH in Aachen bereits seit mehreren Jahren im Echtbetrieb läuft (Hersteller: Siemens). Über die von Fraunhofer entwickelte EFA-Box ist sie mit dem Ärzteportal jesaja.net des Herstellers Compugroup Medical (CGM) gekoppelt. Hier ist das Arztarbeitsplatzsystem Medistar (ebenfalls CGM) angebunden. Der vorgestellte Prototyp verfügt über eine serienmäßige EFA-Schnittstelle, die Markteinführung ist für das 1. HJ 2014 angekündigt.

„Angesichts der immer lauter werdenden Forderungen nach Interoperabilität im Gesundheitswesen gehen wir davon aus, dass 2014 noch weitere EFA-fähige Arztsysteme für den ambulanten Sektor auf den Markt kommen“, so Dr. Wolfgang Deiters, der beim Fraunhofer ISST die Entwicklungen rund um die Elektronische FallAkte koordiniert. „Die technischen Voraussetzungen sind mit EFA 2.0 – einer Spezifizierung von EFA auf Basis der international anerkannten IHE-Profile – auch aus Herstellersicht optimal. FallAkten-fähige Systeme könnten sich sogar international als Exportschlager erweisen“, prognostiziert Dr. Deiters. Für 2014 steht der weitere Ausbau in Deutschland im Fokus. Mit einer neu konzipierten Workshop-Serie will der EFA-Verein mit Unterstützung des Fraunhofer ISST EFA-Interessenten und Einsteigern das nötige Know-how und Erfahrungen aus Best-Practice-Projekten vermitteln.

Ärzte müssen den IT-Standard mit Leben füllen

Für die niedergelassenen Ärzte in Deutschland steht vor allem die Praktikabilität im Vordergrund. „EFA-Anwendungen müssen entweder ohne Zusatzaufwand komplett im Hintergrund laufen, oder sie müssen für die Ärzte und ihre Patienten einen deutlichen Mehrwert bieten, der einen geringen Mehraufwand an Zeit rechtfertigt“, betont Volker Lowitsch. „Darum ist die FallAkte auch keine rein technische Entwicklung, die nur IT-Experten betrifft, sondern muss von Ärzten mit Leben gefüllt werden. Sie sind gefragt, die Inhalte zu definieren, die sie für die Betreuung ihrer Patienten brauchen.“ Diese Entwicklung habe der Verein von Anfang an im Blick gehabt und parallel zur Spezifizierung der IT-Standards vorangetrieben: „Heute existieren bereits eine ganze Reihe einrichtungsübergreifender Anwendungen für die FallAkte, vor allem von Klinik zu Klinik, mehrere ambulante Nutzungskonzepte sind im Aufbau.“ Auch im bundesweiten Ausbau der Telematik-Infrastruktur sei EFA als funktionierender Mehrwertdienst, der konkreten Nutzen für Ärzte und Patienten bringt, ein wichtiges Element.

 

Über EFA

Die Elektronische FallAkte ist eine Kommunikationsplattform für Ärzte zu einem medizinischen Fall eines Patienten. Sie unterstützt die Kooperation zwischen den an der Behandlung beteiligten Ärzten im ambulanten und stationären Bereich und bietet bei Bedarf einen raschen Zugriff auf benötigte Dokumente (etwa Arztbriefe, Befunde, OP-Berichte, Verordnungen). So können sich behandelnde Ärzte stets einen aktuellen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf verschaffen. Vom Konzept her ist die Elektronische FallAkte besonders darauf ausgelegt, komplexe Behandlungsabläufe zu unterstützen.

Die EFA-Spezifikationen hat das Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik, mit Unterstützung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, im Auftrag einer Reihe von Kliniken entwickelt und gemeinsam mit Software- und Systemherstellern sowie Anwendern aus dem stationären und dem ambulanten Sektor anwendungsreif gemacht. Sie sind offen zugänglich und lizenzfrei nutzbar. Somit bietet sich EFA als vielfältig einsetzbarer, medienübergreifender Standard für die IT-gestützte Kommunikation im Gesundheitswesen an.

Zum Verein Elektronische FallAkte:

Der Verein ist eine Interessengemeinschaft von derzeit 30 Mitgliedern aus renommierten privaten Klinikketten, Universitätsklinika, kommunalen Krankenhäusern, Ärztenetzen sowie den wesentlichen Verbänden des stationären und niedergelassenen Sektors. Ziel ist es, gemeinsam einen einheitlichen Kommunikationsstandard zu etablieren. Weitere Infos unter: http://www.fallakte.de


Pressekontakt:

Volker Lowitsch
1. Vorsitzender EFA-Verein
c/o Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen
Tel.: +49 (241) 80-88567
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

NACH OBEN

Ansprechpartner
Volker Lowitsch
c/o Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen

Telefon:
+49 (241) 80-80011

Zum Kontaktformular