Presseerklärung

Besser vernetzt: FallAkte kann viel mehr als Arztbriefe versenden

IT-Trends in Essen: Experten, Anwender und Ärzte diskutierten aktuelle EFA-Entwicklungen
Aachen/Essen, 30. September 2013.
Die Elektronische FallAkte (EFA) gehörte zu den Kernthemen der diesjährigen IT-Trends Medizin / Health Telematics am 25. September 2013 in Essen: Auf einem eigenen Forum diskutierten Aussteller, IT-Experten und Ärzte die Chancen und Herausforderungen für den EFA-Standard. Auf einem Gemeinschaftsstand präsentierten der Verein Elektronische FallAkte e.V., das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST Dortmund sowie Partner aus Industrie und Medizin aktuelle Entwicklungen rund um die FallAkte, so die IHE-kompatible Entwicklung EFA 2.0, Möglichkeiten der Medikationsunterstützung und mobile Anwendungen.

 

„Die Fallakte kann weit mehr als Arztbriefe der beteiligten Ärzte elektronisch auszutauschen“, so bringt Volker Lowitsch, 1. Vorsitzender des EFA-Vereins, die einhellige Erkenntnis von EFA-Anwendern und Entwicklern zur IT-Trends in Essen auf den Punkt. „Mit EFA können wir auch sehr komplexe Szenarien abbilden und Behandlungspfade mit vielen Beteiligten über Sektorgrenzen hinweg wirkungsvoll unterstützen.“ Bewährte Anwendungen und aktuelle Projekte wie etwa das Traumanetzwerk in Aachen, die Versorgung von Darmkrebspatienten in München oder ein Netzwerk für die ambulante Betreuung von Palliativpatienten belegten dies. Gerade für den Einsatz im häuslichen Umfeld wird EFA auch über mobile Endgeräte wie Tablet oder Smartphone zugänglich gemacht, um beispielsweise Informationen über die aktuelle Medikation der Patienten verfügbar zu haben.

Informationen sinnvoll strukturieren

Eine FallAkte bündelt bekanntlich Informationen verschiedenster Art: Von der Erstanamnese über Laborbefunde und Röntgenbilder, Arztbriefe und OP- oder Entlassberichte bis hin zu langfristigen Therapieplänen kommen bei komplexen Erkrankungen mitunter mehrere hundert Dokumente während der Laufzeit zusammen. Die von Ärzten oft geäußerte Sorge vor einer überbordenden Informationsflut sei aber im EFA-Standard längst gelöst, hebt Dr. Wolfgang Deiters hervor, der am Fraunhofer ISST die EFA-Entwicklungen aus technischer Sicht betreut: „Sie können in einer FallAkte die Daten ganz nach Bedarf strukturieren.“ Beispielsweise könne ein Arzt, wenn er eine EFA zur Erkrankung eines Patienten anlegt, Unterrubriken wie Anamnese, Befunde, Verlauf und Therapieplanung bereits von vornherein vorsehen. „Eine solche Strukturierung der Dokumente ist zudem auch später problemlos möglich – das kann jeder Arzt, der vom Patienten eine Zugangsberechtigung für die betreffende EFA erhalten hat.“

Mit der Entwicklung der IHE-kompatiblen FallAkte EFA 2.0 rückt auch die serienmäßige Integration von EFA-Schnittstellen in Arzt-Arbeitsplatzsystemen in greifbare Nähe – und damit der breite Einsatz von FallAkten im medizinischen Alltag. In der künftigen Telematik-Infrastruktur ist EFA daher als Mehrwertdienst gesetzt – Mario Beck von der Deutschen Krankenhausgesellschaft stellte dazu den konkreten Rahmen vor. Der EFA-Verein will Mitglieder und Interessenten gezielt dabei unterstützen, EFA-Projekte unter Praxisbedingungen aufzusetzen. Für 2014 ist ein umfassendes Veranstaltungsprogramm in Vorbereitung, das konkrete Hilfen für die Vorbereitung gibt. Unter anderem werden besonders effiziente Anwendungsszenarien und Providermodelle vorgestellt, Experten werden rechtliche Rahmenbedingungen praxisnah erläutern und konkrete Tipps für die Umsetzung der Datenschutzanforderungen und spezielle medizinische wie organisatorische Fragen geben.

 

Über EFA

Die Elektronische FallAkte ist eine Kommunikationsplattform für Ärzte zu einem medizinischen Fall eines Patienten. Sie unterstützt die Kooperation zwischen den an der Behandlung beteiligten Ärzten im ambulanten und stationären Bereich und bietet bei Bedarf einen raschen Zugriff auf benötigte Dokumente (etwa Arztbriefe, Befunde, OP-Berichte, Verordnungen). So können sich behandelnde Ärzte stets einen aktuellen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf verschaffen. Vom Konzept her ist die Elektronische FallAkte besonders darauf ausgelegt, komplexe Behandlungsabläufe zu unterstützen.

Die EFA-Spezifikationen hat das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST, mit Unterstützung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, im Auftrag einer Reihe von Kliniken entwickelt und gemeinsam mit Software- und Systemherstellern sowie Anwendern aus dem stationären und dem ambulanten Sektor anwendungsreif gemacht. Sie sind offen zugänglich und lizenzfrei nutzbar. Somit bietet sich EFA als vielfältig einsetzbarer, medienübergreifender Standard für die IT-gestützte Kommunikation im Gesundheitswesen an.

Zum Verein Elektronische FallAkte:

Der Verein ist eine Interessengemeinschaft von derzeit 30 Mitgliedern aus renommierten privaten Klinikketten, Universitätsklinika, kommunalen Krankenhäusern, Ärztenetzen sowie den wesentlichen Verbänden des stationären und niedergelassenen Sektors. Ziel ist es, gemeinsam einen einheitlichen Kommunikationsstandard zu etablieren. Weitere Infos unter: http://www.fallakte.de

 

Pressekontakt:

Volker Lowitsch
1. Vorsitzender EFA-Verein
c/o Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen
Tel.: +49 (241) 80-88567
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