Hintergrund:  

EFA als IHE-Erweiterung

Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. und der Verein Elektronische FallAkte e. V. erarbeiten Konzept „EFA on top of IHE“

Aachen/Berlin, 12. September 2012
Effektive Informationstechnologie kann dem deutschen Gesundheitswesen helfen, mit wachsendem Kostendruck, steigenden Qualitätsanforderungen und dem demographischen Wandel umzugehen. Bisher haben IT-Technologien bei den verschiedenen Einrichtungen aber nur einen unzureichenden Eingang gefunden. Um diesen Missstand zu beheben, haben der Bundesverband Gesundheits-IT - bvitg e. V. und der Verein Elektronische FallAkte e. V. im April 2012 eine Zusammenarbeit vereinbart. 

Effektive Informationstechnologie kann dem deutschen Gesundheitswesen helfen, mit wachsendem Kostendruck, steigenden Qualitätsanforderungen und dem demographischen Wandel umzugehen. Bisher haben IT-Technologien bei den verschiedenen Einrichtungen aber nur einen unzureichenden Eingang gefunden. Inzwischen nutzen die meisten Arztpraxen und Krankenhäuser zahlreiche IT-Systeme wie beispielsweise Krankenhausinformationssysteme, Arzt- und Dokumentationsregister, Bildarchivierungs- und Kommunikationssysteme. Diese sind aber häufig isolierte Einzelsysteme, die nicht intersektoral vernetzt sind und somit keine Informationen untereinander austauschen können. Als Folge dieser mangelnden Interoperabilität müssen viele Ärzte auch heute noch lange auf den Befundbericht eines Kollegen warten und Patienten müssen ihre Röntgenbilder manuell von Arzt zu Arzt tragen. Daraus resultieren Zeitverluste und unnötige Doppeluntersuchungen, weil die benötigten Informationen nicht oder nicht rechtzeitig im Behandlungsprozess verfügbar sind.

Um diesen Missstand zu beheben, haben der Bundesverband Gesundheits-IT - bvitg e. V. und der Verein Elektronische FallAkte e. V. auf der im April 2012 in Berlin stattgefundenen Health-IT-Branchenveranstaltung conhIT verabredet, gemeinsam eine an die deutschen Rahmenbedingungen angepasste Spezifikation für eine arztgeführte elektronische Fallakte zu entwickeln und im Markt zu etablieren. Der Verein Elektronische FallAkte e. V. greift über seine Mitglieder (Krankenhäuser und Ärztenetze) auf Erfahrungen aus der praktischen, ärztlichen Routine und der Administration sowie auf eine Sicherheitsarchitektur zurück, die bereits mit den Landesdatenschützern abgestimmt ist. Der Bundesverband Gesundheits-IT repräsentiert 90 Prozent der IT-Hersteller im stationären, ambulanten und zahnmedizinischen Bereich und hat mit dem VHitG-Arztbrief und anderen Leitfäden bereits innovative Standardisierungsprojekte realisiert.

Wesentliche Leitlinie der gemeinsamen Fallaktenentwicklung, die die zweckgebundene Kommunikation von Behandlern in intersektoralen Versorgungsprozessen unterstützen soll, ist eine internationale Ausrichtung. Die zukünftigen Spezifikationen der elektronischen Fallakte werden auf dem Fundament der international etablierten Standardisierungsarbeit von IHE basieren. Notwendige Erweiterungen werden als nationale Erweiterung vom bvitg und dem Verein Elektronische FallAkte gemeinsam definiert und in den entsprechenden Gremien vertreten. Das bereits in verschiedenen regionalen Gesundheitsnetzen bewährte und mit den Landesdatenschützern abgestimmte Konzept der elektronischen FallAkte wird somit „on top of IHE“ aufgesetzt.

Eine gemeinsam vom bvitg und vom Verein Elektronische FallAkte initiierte Arbeitsgruppe hat nunmehr erste Ergebnisse erzielt. Für die Arbeitspunkte „Harmonisierung der Informationsmodelle“, „Verwaltung von Patientenidentifikationen“, „Abbildung von Patientenzustimmungen“ und „Vernetzung von FallAkten-Providern“ wurden gemeinsame Machbarkeitskonzepte erarbeitet. Diese werden im nächsten Schritt ausspezifiziert und sollen sowohl in die Arbeiten der IHE (Cookbook, IHE Profil) als auch in die EFA-Spezifikation eingehen. Der Verein Elektronische FallAkte will in Abstimmung mit dem bvitg bis zum Frühjahr 2013 eine auf IHE basierende Version der EFA-Spezifikation (Version EFA2.0) erarbeiten und vorstellen.

 

Über den Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V.

Der bvitg e. V. vertritt in Deutschland die führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen und repräsentiert mit seinen Mitgliedern 90 Prozent des stationären, des ambulanten sowie des zahnmedizinischen IT-Marktes. Über 70 Prozent der Unternehmen sind international tätig. Der Bundesverband ist im Frühjahr 2011 aus dem Zusammenschluss von VDAP e.V. mit dem 1996 gegründeten VHitG e. V. hervorgegangen, dem der VDDS e.V. als Verband beigetreten ist. Der VDDS e. V. vertritt in der bvitg-AG VDDS Dental die Belange der Dentalsoftwarehersteller, welche rund 80 Prozent aller Installationen bei Zahnärzten betreuen. Ansprechpartner beim bvitg e. V.: Jörg Holstein

 

Verein Elektronische FallAkte e. V.

Der Verein Elektronische FallAkte e.V. ist eine Interessensgemeinschaft von derzeit 29 Mitgliedern – renommierten privaten Klinikketten, Universitätsklinika, kommunalen Krankenhäusern, Ärztenetzen sowie wesentlichen Verbänden des stationären und niedergelassenen Sektors. Ziel ist es, einen einheitlichen Kommunikationsstandard zu etablieren, der die Kooperation zwischen Ärzten im ambulanten und stationären Bereich bei der gemeinsamen Behandlung von Patienten unterstützt.

Ansprechpartner beim Verein Elektronische Fallakte: Volker Lowitsch c/o Universitätsklinikum Aachen, Tel.: 0241-80-88567, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: www.fallakte.de

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