Pressetext

Presseinformation: Hintergrund

Weniger ist mehr: die Elektronische FallAkte
Die Elektronische FallAkte ist als vielseitig einsetzbare Kommunikationsplattform für Ärzte entwickelt worden: Unabhängig von den verwendeten IT-Systemen, soll sie den Kliniken und niedergelassenen Ärzten wie auch den Patienten einen konkreten Nutzen bringen. Gestartet ist der EFA-Standard 2006, als eines von vielen Telematik-Projekten in Deutschland. Mittlerweile zeigt sich, dass gerade dieser Standard eine große Integrationskraft besitzt, nicht nur weil die Spezifikationen offen und lizenzfrei zugänglich sind.

Standards für den Informationsaustausch zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen gibt es unüberschaubar viele – sogar für gleiche Anforderungen, wie etwa die Erstellung und Übermittlung elektronischer Arztbriefe, wurden von verschiedenen Herstellern und Konsortien parallel mehrere Lösungen entwickelt. Leider können sie nur begrenzt oder gar nicht miteinander korrespondieren, was den sicheren elektronischen Austausch der Daten über die Grenzen eines Systems hinaus maßgeblich erschwert. Nur wenige Experten der HealthCare-IT haben einen einigermaßen kompletten Überblick. Ärzte indes verfügen gar nicht über das nötige Fachwissen und erst recht nicht über die Zeit, sich in die Materie einzuarbeiten. Vor diesem Hintergrund entstand vor mittlerweile vier Jahren das Konzept der elektronischen FallAkte (EFA): Ein  Kommunikations-standard, der die Grenzen der jeweiligen Systeme überbrückt, der den Datenschutz bereits vom Ansatz her integriert und der die ärztliche Arbeit erleichtert statt verkompliziert, weil er sich an den Erfordernissen des klinischen und ambulanten Arbeitsalltags orientiert.
Die Initiative für diese Entwicklung kam aus dem stationären Sektor. Im Sinne der Gleichbe-rechtigung berücksichtigt der EFA-Standard aber ganz gezielt auch die Interessen der niedergelassenen Ärzte – er bezieht sie ein, ohne sie an ein bestimmtes Krankenhaus fest zu binden. Die Spezifikationen für diesen bundesweit einheitlichen Standard hat das Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik entwickelt. Seit 2009 haben sich die Protagonisten im Verein Elektronische FallAkte e.V. zusammengeschlossen; zu den derzeit 26 Mitgliedern zählen renommierte private Klinikketten, Universitätsklinika, kommunale Krankenhäuser, Ärztenetze sowie die wesentlichen Verbände des stationären und ambulanten Sektors. Gemeinsam setzen sie sich für eine breite Etablierung und die Weiterentwicklung des EFA-Standards ein und haben auf diesem Weg bereits beträchtliche Erfolge erzielt. So arbeiten bundesweit bereits mehrere regionale EFA-Netze erfolgreich im Echtbetrieb.

Auf den Arbeitsalltag orientiert
Kerngedanke der Elektronischen FallAkte ist es, diejenigen Informationen zu identifizieren und bei Bedarf zu übermitteln, die für die konkret anstehenden ärztlichen Aufgaben in der Behandlung des Patienten benötigt werden. Im Mittelpunkt steht daher immer ein konkreter „Fall“: Ein Patient mit einer Erkrankung, an deren Behandlung mehrere Ärzte und Einrichtungen beteiligt sind. Die FallAkte ist zeitlich befristet. Auf die medizinischen Informationen können nur Ärzte zugreifen; dem Selbstbestimmungsrecht des Patienten ist Rechnung getragen, indem er selbst bestimmt, wer auf seine FallAkte zugreifen darf.

Das Konzept der Elektronischen FallAkte ist besonders auf komplexe Behandlungsabläufe orientiert, an denen mehrere Ärzte mehrerer Einrichtungen beteiligt sind – neben dem Hausarzt etwa weitere Fachärzte und Spezialambulanzen, Akutkliniken und Rehaeinrichtungen. Solche komplexen Szenarien sind beispielsweise in der integrierten Versorgung typisch. Die Elektronische FallAkte kann die Ärzte wirkungsvoll unterstützen, indem sie eine effiziente, zeitnahe, qualitativ hochwertige Kommunikation ermöglicht.

Offen für alle

Aus IT-Sicht ist EFA der „Standard für die Kommunikationsstandards“: Bereits bei der Entwicklung der Spezifikationen wurden zu einem frühen Zeitpunkt Software- und Systemhersteller mit eingebunden und ihre Belange in breitem Umfang berücksichtigt. Weil die EFA-Spezifikationen für alle offengelegt und zudem lizenzfrei nutzbar sind, können alle Hersteller von Patientenverwaltungs- und Klinikinformationssystemen die EFA-Spezifikationen in ihre Software integrieren und haben dies teilweise bereits getan. Solche EFA-Lösungen gehen über Einweiserportale weit hinaus.

Als Form der elektronischen Kommunikation über die Grenzen einer Einrichtung hinweg setzt die FallAkte immer die technische Einbindung in ein Netzwerk voraus. Im einfachsten Fall bietet das ein verschlüsselter Zugang über einen klassischen Internetanschluss. In den vergangenen Jahren sind – regional mit unterschiedlicher Dichte und Struktur – zudem bereits eine ganze Reihe von Telematik-Netzen im Gesundheitswesen aufgebaut worden, so etwa von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KV-SafeNet). Weil die Rechenzentren der Kassenärztlichen Vereinigungen mittlerweile per Backbone-Leitung vernetzt sind, steht dieser Telematik-Dienst den angeschlossenen Ärzten bundesweit zur Verfügung. Das KV-SafeNet – wie auch andere lokale oder regionale Telematik-Netzwerke – wird neben netzwerkinternen Datenformaten und Standards den übergreifenden EFA-Standard unterstützen.

Großes Potenzial erschließen
Darüber hinaus ist der EFA-Standard selbst erweiterungsfähig; von seiner Struktur her kann er als Basis für eine umfassende Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen dienen. Die gematik Gesellschaft für Anwendungen der Gesundheitskarte e.V. hat dieses Potenzial erkannt und beschloss im Sommer 2010, die Elektronische FallAkte als ersten Mehrwert-Fachdienst in die Telematik-Infrastruktur zu integrieren. Die Migration des Standards erfolgt parallel zur Entwicklung der ersten Kernanwendungen. Für die Protagonisten – vor allem Kliniken, die EFA-Netze aufbauen oder bereits betreiben, wie auch für die Softwarehersteller, die den EFA-Standard in ihren IT-Systemen integrieren – bedeutet das ein hohes Maß an Investitionssicherheit. Sie können zudem von einem Erfahrungsvorsprung profitieren.

Stand: 20. August 2010


Volker Lowitsch
1. Vorsitzender EFA-Verein
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Die elektronische FallAkte ist als vielseitig einsetzbare Kommunikationsplattform für Ärzte entwickelt worden: Unabhängig von den verwendeten IT-Systemen, soll sie den Kliniken und niedergelassenen Ärzten wie auch den Patienten einen konkreten Nutzen bringen. Gestartet ist der eFA-Standard 2006, als eines von vielen Telematik-Projekten in Deutschland. Mittlerweile zeigt sich, dass gerade dieser Standard eine große Integrationskraft besitzt, nicht nur weil die Spezifikationen offen und lizenzfrei zugänglich sind.

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