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  eFA - elektronische FallAkte

Elektronische FallAkte

 

Effiziente Kooperation ist die zentrale Herausforderung für alle Akteure im Gesundheitswesen. Sie ist unumgänglich, um den medizinischen und wirtschaftlichen Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden:

  • Eine stärkere Eigenverantwortung der Patienten für ihre Gesundheit ist nur realisierbar, wenn Ärzte eine beratende Rolle einnehmen. Dazu müssen sie auch die durch Dritte durchgeführten Maßnahmen kennen und bewerten.
  • Kürzere Liegezeiten im Krankenhaus sind medizinisch nur dann vertretbar, wenn Einweiser, Klinik und Nachsorger eng zusammen arbeiten.
  • Medizinischer Fortschritt ist nur umsetzbar, wenn davon auch diejenigen Ärzte an der Schnittstelle zum Patienten partizipieren, die keine hohen Investitionen in Geräte tätigen können.
  • Sich verändernde Rahmenbedingungen bringen auch im medizinischen Bereich neue Geschäftsmodelle mit sich. Wie in anderen Bereichen auch können hier Netzwerke kooperierender Ärzte, Kliniken und Kassen erheblich flexibler agieren als singuläre FullService- Anbieter.
Kooperation ist grundsätzlich positiv: Sie kann dazu beitragen, Qualität zu steigern, Verantwortlichkeiten zu stärken und Kosten zu senken. Wichtig ist jedoch immer ein Ausgleich dieser Ziele: Eine einseitige Fokussierung beispielsweise auf Einsparungen geht oftmals zu Lasten der anderen Ziele. Ähnlich verhält es sich, wenn Kooperationen nicht von den Beteiligten mit einer klaren Eigenmotivation getrieben werden, sondern von den Interessen Dritter bestimmt sind. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass einzelne Kooperationspartner Qualität steigern, während andere Kosten – und Erträge – senken und wiederum andere sich aus der Verantwortung für den Patienten zurückziehen.

Die Rolle von Technologien wie der Telematik steht in genau diesem Spannungsfeld: Ihr Ziel muss es sein, bestehende Kooperationen zu stärken und neue (regionale oder diagnosebezogene) Kooperationen zu fördern. Eine flächendeckende Infrastruktur mit starren fachlichen Handlungsspielräumen und damit fest vorgegebenen Kooperationsrastern ist hingegen wenig zielführend – so kann sie wenig zu einem individuellen Interessensausgleich und einer Umsetzung gemeinsamer Ziele innerhalb des einzelnen Netzwerks beitragen.

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Prinzip Gleichberechtigung

 

Aus dieser Motivation heraus hat sich Anfang 2006 die Initiative elektronische FallAkte gebildet. Getrieben durch die privaten Klinikketten Asklepios, Rhön-Klinikum und Sana sowie die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat sie in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST eine technische Plattform spezifiziert, die einen einrichtungsübergreifenden Datenaustausch in diagnosebezogenen Versorgungsnetzen ermöglicht. Die vom Fraunhofer ISST entwickelte Plattform setzt auf das Paradigma eines föderierten Peer-to-Peer-Netzes. Dahinter steckt die Grundüberlegung, dass nicht nur alle Netzwerke, sondern auch die Partner innerhalb eines Netzwerks gleichberechtigt sind. Deshalb ist auch keine zentrale und damit von einem einzigen Akteur kontrollierte Datenhaltung vorgesehen. Vielmehr werden Technologien bereitgestellt, über die einzelne Kliniken, Praxen und Ärztenetze ihre jeweiligen, lokal vorgehaltenen Daten selektiv den anderen Partnern zur Verfügung stellen können. Alle Partner haben so die gleiche Sicht auf die für eine Behandlung relevanten Daten eines Patienten und können sich hierdurch besser über einzuleitende Maßnahmen abstimmen und die individuell sinnvollste Arbeitsteilung definieren. Auch die Beratung des Patienten durch seine primären Ansprechpartner (in der Regel Hausärzte) wird durch die unmittelbare Verfügbarkeit von Daten der Mitbehandler erleichtert.

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Die Akteure der Initiative

 

Seit Anfang 2007 führen verschiedene Krankenhäuser im Rahmen bestehender Kooperationen mit ambulanten Einrichtungen oder anderen Kliniken Pilotprojekte zur Einführung und Nutzung von elektronischen FallAkten durch. Gemeinsam tragen diese Einrichtungen darüber hinaus die weitere Entwicklung der Spezifikationen und tauschen sich zu operativen und strategischen Fragen von medizinischen Kooperationen über FallAkten aus. Aktuell umfasst dieser Kreis zehn Kliniken und Klinikketten. Weitere Akteure in der Initiative sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft, unter anderem auch als Bindeglied zur Telematikinfrastruktur, und das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik als für die Erstellung und Pflege der Spezifikationen zuständiger Partner.

Der Verein elektronische FallAkte e.V. ist – ebenso wie die Spezifikationen – offen. Die Teilnahme weiterer Krankenhäuser oder Vereinigungen von Leistungserbringern ist jederzeit möglich und gewünscht.

Eine vollständige Liste ist unter Partner zu erreichen.

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