Internet-Auftritt „fallakte.de“ ist nun übersichtlicher und bietet dank Responsive Webdesign verbesserte Ansichten und Navigation auch auf Smartphones und Websites / „FallAkte Plus“ inside – EFA ebnet den Weg zu Deutschlands ersten von Patienten abrufbaren, elektronischen Gesundheitsakten

 

19. November 2019

Die Website des Vereins Elektronische Fallakte (EFA) verzeichnet über die vergangenen Jahre stabile Zugriffszahlen. Dies unterstreicht den Stellenwert, den der Standard EFA 2.0 bei der Entwicklung und Etablierung einer sicheren, über Medien- und Systemgrenzen hinweg funktionierenden Übermittlung von Patientendaten aller Art einnimmt. Mit der neu aufgesetzten Website „fallakte.de“ können sich Interessierte auch von unterwegs – beispielsweise auf der MEDICA selbst oder auf dem Weg dahin – mit dem Smartphone oder dem Tablet umfassend über die auf EFA 2.0 basierenden Lösungen informieren. Gleichzeitig können sich Interessenten vom 18. bis 21. November auf der diesjährigen MEDICA in Düsseldorf (Halle 13, Standnummer E80) direkt mit den Experten des Vereins Elektronische FallAkte ins Gespräch kommen. Eine erstmals umfassend präsentierte Entwicklung ist eine App, die es Patienten ermöglicht, ihre von niedergelassenen Ärzten oder Krankenhäusern gespeicherten Daten mit denen ihrer Krankenkassen zu verbinden.

Der Verein Elektronische FallAkte gehört zu den Pionieren bei der Entwicklung elektronischer Zusammenarbeitsplattformen. In einer ersten Stufe ging es darum, eine Lösung für die sichere Arzt-zu-Arzt-Kommunikation mit zertifiziertem Datenschutz zu entwickeln. Dies ist mit der TÜV-geprüften „FallAkte Plus“ gelungen. Sie unterstützt die IHE-konforme Spezifikation EFA 2.0. Betreiber ist die Healthcare IT Solutions GmbH, eine 100 prozentige Tochtergesellschaft der Uniklinik RWTH Aachen.

Deshalb präsentieren sich die Uniklinik Aachen und der EFA Verein auf einem gemeinsamen Stand und informieren das Fachpublikum sowie Journalisten zu den folgenden Themen:

  • Patientenportal: Am Uniklinikum Aachen ist es möglich, online auf dem PC oder über eine kurz vor der Veröffentlichung stehenden App Termine zu buchen sowie Checklisten und Informationen zum Aufenthalt bereits vor der Aufnahme abzurufen.
  • elektronische Patientenakte für alle: über die „HITS App“ (Veröffentlichung erfolgt noch in diesem Jahr) lässt sich auf Dokumente von Fachkliniken (Arztbrief, OP-Bericht, Befunde, …) zugreifen.
  • „HITS App“ erschließt Versicherten den Zugriff weiterer elektronischer Gesundheitsakten wie CGM LIFE© (unter anderem eingebunden von der Barmer Ersatzkasse sowie privaten Krankenkassen), TK-Safe© (Techniker Krankenkasse) und Vivy© (angeboten von rund 30 gesetzlichen und drei privaten Krankenversicherungen).

Weitere Themen auf dem gemeinsamen Stand sind

  • Intersektorale Dokumentenübertragung über KV-Connect / Anbindung an die Telematik-
    infrastruktur.
  • IHE konforme Kommunikation über EFA 2.0.

Hintergrundinformation elektronische FallAkte
EFA ist eine Lösung zum datenschutzkonformen und sicheren Austausch von Behandlungsdaten in einem Verbund kooperierender Leistungserbringer. Technisch gesehen stellt sie eine Profilierung und Gruppierung von IHE-Profilen dar, wodurch eine Umsetzbarkeit über Standardprodukte der Hersteller von Gesundheits-IT erreicht wird.

Die elektronische FallAkte basiert auf dem Prinzip einer verteilten Datenhaltung, das heißt alle in eine FallAkte eingebrachten Daten verbleiben idealerweise physikalisch in den für diese Daten verantwortlichen Einrichtungen. Bei einer Anfrage nach Daten einer FallAkte werden die die verschiedenen Daten vorhaltenden Einrichtungen lokalisiert und die benötigten Daten werden direkt von der jeweiligen Einrichtung abgerufen. Ein Grundprinzip der elektronischen FallAkte ist dabei, dass alle teilnehmenden Einrichtungen autonom sind und es insbesondere keine zentralen Dienste geben darf, die ein übergreifendes Betreibermodell erfordern würden. Dieses stellt besondere Herausforderungen an das Auffinden verteilt vorgehaltener Daten. Da der Patient gegenüber jeder an seiner FallAkte teilnehmenden Einrichtung weitere EFA-Teilnehmer benennen kann, müssen auch die daraus resultierenden Änderungen an den Berechtigungen für EFA-Zugriffe an alle teilnehmenden Einrichtungen verteilt werden.

Zur Umsetzung dieser Herausforderungen wurde in der EFA Version 2.0 eine Lösung gewählt, die auf den von IHE vorgesehenen Mechanismen zur Verwaltung von Dokumenten basiert, um Änderungen an einer Einwilligung als Aktualisierungen des Einwilligungsdokuments im Verbund bekannt zu geben. Alle Anbieter (Provider) einer EFA waren über spezielle Verweise untereinander vernetzt, um das Auffinden der Daten einer EFA zu erleichtern.

Weitere Informationen
http://www.fallakte.de
https://ie-health.nrw/

Kontakt
Verein Elektronische FallAkte
1. Vorsitzender: Volker Lowitsch
c/o Universitätsklinikum Aachen
Telefon: +49 (241) 80-88567
E-Mail: VLowitsch@ukaachen.de

Über EFA
Die Elektronische FallAkte ist eine IHE-konforme* Kommunikationsplattform für Ärzte zu einem medizinischen Fall eines Patienten. Sie unterstützt die Kooperation zwischen den an der Behandlung beteiligten Ärzten im ambulanten und stationären Bereich und bietet bei Bedarf einen raschen Zugriff auf benötigte Dokumente (etwa Arztbriefe, Befunde, OP-Berichte, Verordnungen). So können sich behandelnde Ärzte stets einen aktuellen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf verschaffen. Vom Konzept her ist die Elektronische FallAkte besonders darauf ausgelegt, komplexe Behandlungsabläufe zu unterstützen.

Die EFA-Spezifikationen haben die Fraunhofer-Institute für Software- und Systemtechnik (ISST) und für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), mit Unterstützung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, im Auftrag einer Reihe von Kliniken entwickelt und gemeinsam mit Software- und Systemherstellern sowie Anwendern aus dem stationären und dem ambulanten Sektor anwendungsreif gemacht. Sie sind offen zugänglich und lizenzfrei nutzbar. Somit bietet sich EFA als vielfältig einsetzbarer, medienübergreifender Standard für die IT-gestützte Kommunikation im Gesundheitswesen an.

*ab Version EFA 2.0

Der Verein Elektronische Fallakte (EFA)
Der EFA e.V. ist eine Interessengemeinschaft von derzeit 26 Mitgliedern aus renommierten privaten Klinikketten, Universitätsklinika, kommunalen Krankenhäusern, Ärztenetzen sowie den wesentlichen Verbänden des stationären und niedergelassenen Sektors. Der Verein arbeitet an Lösungen, die unabhängig von verwendeten IT-Systemen und Ausstattungen den effizienten Austausch fallbezogener medizinischer Daten ermöglicht: über Einrichtungs- und Sektorgrenzen hinweg und mit dem Ziel, komplexe Behandlungsprozesse zu unterstützen. Anliegen ist es letztlich, die Rahmenbedingungen für die medizinische Versorgung zu verbessern.